Memorandum der Bürgerinitiative „Verkehr in der Gemeinde Waakirchen“

 

Memorandum der Bürgerinitiative „Verkehr in der Gemeinde Waakirchen“  (anlässlich ihrer Veranstaltung am 10.10.2015)

Präsentation zu Memorandum

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Ortsdurchfahrten sind die größte Hypothek für die Zukunft der Gemeinde.  Alles so lassen und weiter schlucken?  NEIN! 

Wir fordern die Verantwortlichen auf:

  • Schafft kurzfristig mehr Sicherheit!
  • Beseitigt im nächsten Schritt endlich die Ortsdurchfahrten!
  • Und sorgt damit für mehr Lebensqualität!

Nur so kann die Gemeinde langfristig das Beste aus ihrem Potential machen.

 

Zahlen Daten Fakten

 

Auf engem Raum zwei Ortsdurchfahrten: Staatsstraße trifft auf Bundesstraße.

Jeder Bürger von Waakirchen und Hauserdörfl hört, riecht, spürt sie. Kaum einer kann ihren Gefahren und Problemen ausweichen, viele leiden unter ihnen.

 

Die B472 ist die einzige Ost-West-Verkehrsachse südlich von München. Sie hat überregionale  Bedeutung, verbindet sowohl Wirtschaftsräume als auch die Autobahnen A8  (München – Salzburg) und A95 (München – Garmisch). Groß sind die Investitionen des Bundes in die Straße: Rund 100 Mio. Euro fließen allein in die Umfahrungen von Peißenberg und Hohenpeißenberg.

 

Zweite Ortsdurchfahrt, zu allem Überfluss,  ist die Staatsstraße 2365.  Auf ihr fahren Pendler, Tagesausflügler und Touristen über Waakirchen und Hauserdörfl zum Tegernseer Tal und zurück.  Nutzen für die Gemeinde: Fehlanzeige.

 

Beide Straßen sind nach amtlichen Angaben überdurchschnittlich belastet, und zwar überwiegend vom Durchgangsverkehr. Das ist sehr starker LKW- und Wirtschaftsverkehr, und das sind die Millionen Pendler, Touristen und Tagesausflügler. Der Transit durchquert Waakirchen und Hauserdörfl. An schönen Tagen ist regelmäßig Stau auf der B318 ins Tegernseer Tal. Die Auswirkungen bekommt immer öfter auch Schaftlach zu spüren.

 

Rings ums Löwendenkmal  bewegen sich nach amtlichen Zahlen rund 14.000 Fahrzeuge pro Tag, also über 5 Millionen pro Jahr. Die Prognosen sagen bis 2030 bundesweit einen Verkehrszuwachs um 40% voraus. Für die so genannte „Metropolregion München“ wird sogar ein überdurchschnittlicher Zuwachs erwartet.

 

Es sind jetzt etwa 1.000 LKWs pro Tag, also 350.000 Laster, Busse usw. pro Jahr. Das Bundesverkehrsministerium veröffentlichte  eine Prognose, dass das Verkehrsaufkommen im Güterverkehr bundesweit in den nächsten 10 (!) Jahren um 70% (!) steigt. Dann könnten es im Jahr 2025 über 1.500 Lkws pro Tag sein, also rund 550.000 im Jahr oder mehr.
Profil einer Ortsdurchfahrt: Auf rund einem Kilometer bietet die B472 gefährliche Ortseinfahrten, eine S-Kurve, Anstieg bzw. Gefälle sowie ein Dutzend zum Teil problematischer Einmündungen und Kreuzungen. Der Winter auf 750 m Höhe schafft mit Eis und Schnee zusätzliche Risiken, im Herbst und im Frühjahr blendet tief stehende Sonne den Berufsverkehr.

Also statt Sicherheit und Lebensqualität unzählige Risiken und Belastungen für Leib und Leben.

 

Richtig ist: Manche Verkehrsteilnehmer fahren wie Rowdies, sind unaufmerksam oder unterschätzen die Risiken total. Stichworte Handy, Navi, Alkohol, Übermüdung am Steuer oder überhöhte Geschwindigkeit.

 

Richtig ist aber auch: Die Streckenführung in Waakirchen ist nicht mehr zeitgemäß, und „Geschwindigkeitsbremsen“ fehlen. Warum dürfen zum Beispiel die Talgemeinden den  Bundesstraßen-Verkehr in und vor ihren Ortsdurchfahrten gezielt bremsen, wir aber nicht?

 

Die B472 wirkt auf manche Bürger oder Verkehrsteilnehmer wie Roulette. Innerorts gab es schwere Pkw-Unfälle, einige mit schlimmen Auswirkungen und auch mit Todesfolge. Schwere LKW-Unfälle gab es ebenfalls, spektakulär am westlichen Ortseingang (Apotheken-Kurve mit Gefälle und kniffliger Kreuzung) und am östlichen Ortseingang (RaiBa). Dort hielt meterhoher Räumschnee einen voll-beladenen 40-Tonner gerade noch vor der Löwenkreuzung auf. Ist auf Schutzengel Verlass?  

 

B472 und St2365 sind nicht nur bei Unfällen, sondern auch im alltäglichen Normalbetrieb sehr ungesund. „Lärm, Stress, Dreck, Gestank machen viele Bürger krank.“  Einige der unsichtbaren Krankmacher sind: Stickstoffoxide, Ozon und lungengängiger Feinstaub.

 

Es dieselt.  Nicht erst seit drei Wochen, seit Jahren schon. Die Bundesregierung weiß, „dass Emissionsgrenzwerte von Diesel-Pkw in der Praxis zum Teil sehr deutlich überschritten werden, weil die Prüfstandsemissionen nicht den tatsächlichen Emissionen im Fahrbetrieb entsprechen. Hier besteht dringender Handlungsbedarf.“ (aus Sondergutachten des Sachverständigenrats für Umweltfragen, Januar 2015.)  Es dieselt bei uns besonders stark. Das liegt am Streckenverlauf mit Steigung und S-Kurve und an den Stopps vor Kreuzungen und Einmündungen. Schließlich an der Zusammensetzung des Verkehrs und seinem überdurchschnittlich großen Volumen. „Und es werden immer mehr!“

 

Kindergarten und Schule, Sportplatz und Turnhalle liegen am Rand der Neuen Siedlung, aber weitab von der übrigen Wohnbebauung. Daher müssen viele Sportler und Gaststättenbesucher sowie Familien mit Kindern und Enkeln die beiden Ortsdurchfahrten überqueren. Die Kinder selbst zur Schule gehen oder radeln zu lassen, das erscheint vielen Eltern angesichts fehlender Querungshilfen zu gefährlich. Sie bringen und holen sie –  was den Verkehr in der Hauptverkehrszeit noch erhöht.

 

Nicht am unwichtigsten ist ein Lebensmittel-Risiko für viele Tausend Menschen in drei Gemeinden aus zwei Landkreisen: Sie trinken Wasser aus Waakirchener Brunnen. Die bestehende B472 mit ihren Emissionen und Gefahren durchschneidet das Wasserschutzgebiet und verläuft ein Stück weit entlang des offenen Angerbachs. Es gibt keine besonderen Schutzvorkehrungen, wie sie bei neuen Straßen eingebaut werden. Die örtliche Straßenentwässerung (auch die der B472 innerorts) und der Angerbach können die bei Unfällen freigesetzten Schadstoffe und die im Normalbetrieb ohnehin anfallenden Emissionen des Verkehrs direkt zum Einzugsbereich der Brunnen führen.

 

Diese  Zahlen Daten Fakten  verlangen verantwortliches Handeln, jetzt. Der Bundesverkehrswegeplan 2030 bietet die Chance. Nutzt sie!

 

Bürgerinitiative „Verkehr in der Gemeinde Waakirchen“, 10.10.2015                      

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